Palliativmedizin

Als ich 2008 mit der Weiterbildung zum Palliativmediziner begonnen habe, hatte ich zunächst die Vorstellung schwerkranken Patienten oder Sterbenden noch besser helfen zu können, als ich es als Hausärztin sowieso schon tat.

Inzwischen ist mir die Palliativmedizin zu einer echten Herzensangelegenheit geworden.

Die Palliativmedizin kümmert sich um Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Wir versuchen die körperlichen, psychosozialen und seelischen Beschwerden zu behandeln und zu lindern.

Wichtig ist es auch die gesamte Familie miteinzubeziehen, da diese mit der Situation am Lebensende oft überfordert ist.

Schon seit 1992 existiert jetzt als feste Institution das Katharinen-Hospiz in Flensburg , in dem Palliativpatienten stationär behandelt werden können.

Im Jahre 2007 ist durch die Einführung der gesetzlichen Regelung zur Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) die ambulante Versorgung schwerstkranker und Sterbender entscheidend verbessert worden. Jeder Patient hat bei Bedarf einen Anspruch auf diese spezielle Versorgung.

Das bedeutet, dass schwerkranke Patienten zu Hause im Kreise ihrer Familie versorgt und auch in Würde sterben können. Zu diesem Zweck haben sich sogenannte Palliativ-Care-Netzwerke in Schleswig-Holstein gebildet , bestehend aus speziell ausgebildeten Ärzten, Pflegern und anderen Therapeuten (auch Apotheken und Sanitätshäuser). In Flensburg übernimmt das Hospiz am Park die Koordination.

Gerade bei Patienten mit einer begrenzten Lebenserwartung , kann es irgendwann zu ausgeprägten Symptomen ( wie Schmerzen oder Luftnot ) kommen, die eine spezielle Versorgung notwendig machen. Wird der Wunsch geäußert, zu Hause bleiben zu wollen, kann diesem in den meisten Fällen auch entsprochen werden.

Sollten Sie oder ihr Angehöriger also in eine solche Situation geraten,kann sich Ihr Hausarzt mit dem Hospiz oder mir in Verbindung setzten. Mit einer speziellen SAPV-Verordnung ,kann dann eine besondere Pflege bei der Krankenkasse beantragt werden, ohne dass für Sie irgendwelche Kosten entstehen.

Wird die SAPV genehmigt, kann die Pflege durch das Palliativ-Care-Team beginnen.

Speziell geschulte Palliativ-Schwestern kommen und arbeiten eng mit dem Pflegedienst vor Ort; der Palliativarzt kommt je nach Bedarf zum Hausbesuch. Das Alles gewährleistet eine Versorgung rund um die Uhr. Denn Dank des Netzwerkes sind Palliativ-Care-Schwestern und Palliativarzt 24 Sunden erreichbar.

Hausbesuche werden individuell gestaltet, wir nehmen uns Zeit, hören zu, sind aber auch in der Lage schnelle medizinische Entscheidungen zu treffen, wenn es notwendig ist.

Das Sterben können wir nicht verhindern, aber durch diese Arbeit können wir schwerkranken Menschen ermöglichen in Würde zu Hause zu sterben.